Pressezimmer für Ihre Kommunikation
Pressezimmer für Ihre Kommunikation

Journalistisches Schreiben fürs Internet

Noch offline: Jörg Zimmer Anfang der 90er-Jahre in der RP-Redaktion in Moers

Journalistisches Schreiben fürs Internet. Der Titel des Blockseminars an der Westfälischen Wilhelms-Universität hatte es in sich. Denn so zu schreiben, dass es viele andere verstehen, ist schwer genug. Der Anspruch, das im Internet zu schaffen, fast aussichts- und vor allem brotlos. Denn noch hat niemand eine Lösung, wie man mit guten Texten im Internet Geld verdienen kann. Der Gewinn für die Studierenden steht jedoch schon fest: Sie werden lernen, gute und knackige Texte zu schreiben. - Hier das Ergebnis einer der 14 praktischen Übungen, die wir an vier Seminartagen an zwei Wochenenden geschafft haben. Sie bestand darin, eine halbe Stunde vor die Türe zu gehen und ein Feature und dazu ein Foto mitzubringen. Herzlichen Glückwunsch an alle Studierenden, es sind schöne Geschichten geworden. Sie liegen auf der Straße, wir müssen sie nur entdecken und erzählen! 

Schluss mit vollen Briefkästen

Viele Ausrufezeichen untermalen vielleicht die Dringlichkeit der Bitte, haben rechtlich aber keine Auswirkung. Ein deutlicher Hinweis an Tür ist aber wichtig, wenn man keine Briefkastenwerbung bekommen möchte. Viele Ausrufezeichen untermalen vielleicht die Dringlichkeit der Bitte, haben rechtlich aber keine Auswirkung. Foto: Laurenz Scheer

Von Laurenz Scheer


Samstags ist es meist besonders schlimm: Da quillt der Briefkasten über vor bunten Heftchen, Flyern, Werbeblättern und Gratis-Zeitungen. Was der eine vielleicht gern als Frühstückslektüre und später zum Auskleiden der Biotonne nutzt, findet der andere einfach nur nervig. Aber was tun gegen unerwünschte Briefkastenwerbung?

Wer keine Werbung wünscht, muss darauf hinweisen 

 

Zunächst einmal wichtig zu wissen: Wer keine Werbung im Briefkasten haben möchte, der muss ausdrücklich darauf hinweisen. In der Regel reicht für den Hinweis ein Aufkleber, der gut sichtbar am Briefkasten oder an der Haustür angebracht ist. Aber Vorsicht: Der schlichte Hinweis „Keine Werbung“ reicht nicht aus, um alle Werbeformen zu unterbinden. Persönlich adressierte Werbebriefe zum Beispiel muss die Post zustellen – egal, was am Briefkasten steht.

 

Beschweren ist gut, Austragen ist besser

Gegen persönlich adressierte Werbung hilft ein Eintrag in die sogenannte Robinsonliste. Wer sich auf diese Liste setzen lässt, verschwindet aus allen Adresslisten der Unternehmen, die Mitglied im Deutschen Dialogmarketing Verband e.V. (DDV) sind.

Wer die nötige Muße hat, der kann natürlich auch ein Schreiben an die verantwortliche Firma schicken oder sich telefonisch beschweren. Unternehmen sind verpflichtet, Beschwerden ernst zu nehmen und von künftigen Werbesendungen abzusehen. Vor allem sollte man aber auch beachten: Wer vorsichtig damit ist, persönliche Daten weiterzugeben, schützt sich auch damit schon ein gutes Stück weit vor ungewollter Werbung. Für heute bleibt der Briefkasten überfüllt, aber das wird sich schon bald ändern.

Nähere Informationen bietet die Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de/Briefkastenwerbung

Bier, Cocktails und Eskalation – von Spießern keine Spur 

Tagsüber Stille, nachts Tanz in der Destille. Foto: Christoph Blecke

Von Christoph Blecke

 

Tagsüber wirkt die Jüdefelderstraße mit ihren Kneipen trostlos. Während ein Student sein Fahrrad abholt, fegt am anderen Ende der Straße ein Mann letzte Scherben zusammen. Noch vor wenigen Stunden füllten hunderte Menschen und Gesänge die Straße. Es ist Samstag Mittag und schon am Abend werden hier wieder viele Studenten tanzen und trinken.

 

 

Die Jüdefelderstraße und die angrenzende Kreuzstraße bilden ein Zentrum der Bars in Münster. Hier gründeten Studenten vor über 50 Jahren die „Cavete“, Münsters erste Studentenkneipe. Anstoß dazu gab Wilfried Weustenfeld, der im Semesterspiegel Münster als „Eldorado der Spießbürger“ bezeichnet hatte. Er wetterte gegen die Langeweile und Spießigkeit der Stadt und beklagte sich über eine fehlende Studentenkultur. Das war 1958.

 

Schnitzel und Tanz in der Destille

 

Heute, fast 60 Jahre später, sind neben der „Cavete“ mehr als ein dutzend Kneipen entstanden. Mittlerweile ist es 22 Uhr und aus den Gaststätten dröhnt Musik. In der „Cavete“ sitzt eine Gruppe Studenten zusammen und trinkt gemütlich Cocktails, im „Blauen Haus“ isst ein Ehepaar noch in aller Ruhe Schnitzel und nur wenige Häuser weiter tanzen in der „Destille“ die Leute auf Tischen zu Musik aus den 90ern. Jede Gaststätte schafft ihre eigenen Akzente und wahrscheinlich hat jeder Student seine Lieblingskneipe in Münster.

 

So vielfältig wie die Kneipen sind auch ihre Gäste. Während in der Woche vor allem Studenten aus allen Fachbereichen anzutreffen sind, tummeln sich am Wochenende auch viele Nicht-Studenten in den Straßen. Seit 2014 müssen die Gaststätten allerdings schon um ein Uhr nachts schließen. Anwohner hatten sich wiederholt beschwert.

 

Für das Partyvolk ist die Nacht damit noch lange nicht vorbei. Viele zieht es weiter in die Clubs am Hafen und Hawerkamp. Dort tanzen sie bis in die frühen Morgenstunden. Münster ist schon lange nicht mehr das „Eldorado der Spießbürger“, sondern auch nachts eine lebendige Stadt. 

Coffee to throw - no go

Ganz nah am Abgrund. Foto: Nicolas Vogt-Reimuth

Von Nicolas Vogt-Reimuth 

 

Drei Tage steht er nun schon hier, einsam und verzweifelt, Kaffeebecher Nr.1224. Seine Farben verlieren bereits an Schärfe, die Witterung macht sich bemerkbar. Nur noch kleine Flecken erinnern an die schwarze, leicht bittere Flüssigkeit, die er einst durch die Gegend beförderte. Da war aber auch noch alles anders. Schnell ging es, aus dem Laden raus und rein in das aufregende Leben der Stadt. Er lernte neue Menschen kennen, nahm an spannenden Gesprächen teil. Dann der Schock: völlig aus dem Nichts ließ man ihn im Stich.

 

130 Becher pro Jahr

 

So wie Nr.1224 ergeht es täglich Tausenden seiner Art. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalens spricht von 130 Einwegbechern, die jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr verbraucht; Tendenz steigend. An fast jeder Ecke gibt es „Coffee to go“. Denn Kaffee bringt schließlich das müdeste Mühlrad wieder in Schwung. Was mit den Bechern passiert, interessiert hingegen kaum jemanden.

 

Lifestyle: (un-)natürlich!

 

Ein bisschen wütend ist Nr.1224 schon. Früher war er stolz, hatte man ihn doch zum neuen Lifestyle-Produkt auserkoren. Flexibel, zeitsparend und modern. Die alten, sperrigen Tassen braucht doch niemand mehr. Aber jetzt dieses Dasein am Straßenrand fristen zu müssen, das ist schon unerhört! Es ist ihm sogar etwas peinlich, denn jetzt belastet er auch noch die Umwelt. Das also bleibt von dem modernen Versprechen?

 

„Gilde-Becher“ als Alternative

 

Das wahllose Wegwerfen der Becher ist keinesfalls die Ausnahme, sondern die Regel. Eine Vereinigung von Bäckern in Münster geht das Problem jetzt aktiv an. So hat die Bäcker-Gilde einen Mehrwegbecher für das Frühjahr 2017 angekündigt. Der „Gilde-Becher“ besteht aus Edelstahl und lässt sich über mehrere Jahre hinweg nutzen. Mitbringen und auffüllen lassen: so einfach kann es gehen.

 

Für Nr.1224 kommt diese Nachricht zu spät. Aber auch er wird bald von seinem Schicksal erlöst. Die Müllabfuhr rückt an und die Gesellschaft anderer Becher steht in Aussicht. Wo er wohl dieses Mal abgestellt wird?

 

[1] http://www.verbraucherzentrale.nrw/-einfach-mehrfach---einweg-becher-vermeiden-1

Plakatdschungel

Dichter Plakatdschungel im Superwahljahr. Foto: Jörg Zimmer

Von Eike Gebauer

 

Ist die Flut an Wahlwerbung im Superwahljahr 2017 noch zu rechtfertigen? In den Städten umzingeln sie uns seit Monaten. Und wenn man denkt, es wäre endlich vorbei, da werden schon die nächsten aufgehängt. Die Rede ist natürlich von Wahlplakaten.

In einem Jahr, in dem die alten Plakate nur abgehängt werden um Platz für die Neuen zu schaffen, fragt man sich zurecht: "Wozu ist das Alles überhaupt gut?" Die Sprüche bleiben von Jahr zu Jahr die Selben und gut waren die Meisten schon im ersten Jahr nicht.

 

Und doch schaffen die Plakate, was sonst kaum ein anderes Medium hinbekommt: Sie sorgen für Aufmerksamkeit. Das haben münsteraner Studenten in einer Studie herausgefunden. Wahlplakate beeinflussen die Meinung der Bürger zwar kaum direkt, bieten aber Anstoß für Gespräche. Und Nichts sei so meinungsbildend wie ein politischer Austausch unter Freunden und Kollegen. Aus diesem Grund werden wir den alten Pappschildern wohl auch in kommenden Jahren nicht entkommen.

Vegan? Umwelt sagt: "Ja, bitte!"

98 Prozent des Fleisches stammt von der Massentierhaltung - aber wer spricht sich schon dafür aus? Foto: Thu Thao Nguyen

Von Thu Thao Nguyen

 

Auf dem Weg zum Supermarkt sehe ich diesen Aufkleber an der Straßenlaterne. „TIERE ESSEN? NEIN DANKE“ steht da. Ich erkenne die regenverblasste Silhouette der Kuh, des Schweins. In den letzten Monaten sorgte das Thema für genug Gesprächsstoff in den Medien, sehr wahrscheinlich auch bei dir und deinen Freunden. Die Rede ist vom Veganismus.

Veganer Lifestyle – Gekommen, um zu bleiben?

Für manche hipper Ernährungstrend, für andere Weltrettungsaktion. Veganer essen keine tierischen Produkte, das schließt auch Eier, Milch und Honig mit ein. Eine Millon von ihnen zählt Deutschland aktuell. Die Tendenz steigt rasant. In Restaurants können Gäste schon lange zwischen mehreren veganen Gerichten auf der Speisekarte wählen. Neben pflanzlichen Alternativen zu Fleisch, füllen neue Kreationen wie Dinkelmilch, Lupineneis oder Grünkohlchips die Supermarktregale. Warum wird immer häufiger "Nein" zu tierischen Lebensmitteln gesagt? Was haben wir überhaupt davon, wenn wir mitmachen?

Mehr Gewinn anstatt Verzicht

Das Gewohnheitstier Mensch sträubt sich gern‘ mal vor Veränderungen. Erst recht, wenn es um das geliebte Essen geht. Letztendlich zwingt uns niemand dazu, sofort und für immer auf Hackbraten oder gegrilltes Hühnerbrustfilet zu verzichten. ‚Verzicht‘ ist auch der falsche Ansatz. Ein Anlass, um den Gaumen mit neuen Gerichten und Geschmäckern zu erfreuen? Klingt viel besser.
Auf den Trendzug aufspringen lohnt sich - kulinarisch, gesundheitlich, umweltlich. Win-win-win Situation. Danke an den Sticker, der uns daran erinnert, bewusster zu leben.

Wenn der Hase lockt

So bunt wie hier ist es auch im Laden. Foto: Melina Liethmann

Von Melina Liethmann

 

Woran merkst du, dass es Frühling ist? Dieses Jahr begann der Frühling mit einem grünen Hasen mit Schnurrbart. Wir begegneten uns zufällig an einem der ersten sonnigen Samstage im Mai. Ich bummelte durch Münsters verwinkelte Straßen voller wunderschöner Altbauten. Angezogen haben mich die vielen kleinen Läden, die in den Wintermonaten in die Erdgeschosse der Häuser eingezogen waren und jetzt darauf hofften, dass ihre farbenfroh dekorierten Schaufenster Menschen anlockten. Sie hatten Erfolg.

 

Halt machte ich vor einem kleinen Geschäft mit liebevoll gestalteten Geschenkideen. Dinge, die eigentlich niemand braucht, aber jedem Freude machen. Der Laden quoll über vor Leuten, die begeistert auf bunte Blumentöpfe und handgearbeitetes Geschirr zeigten. Immer wieder hörte man im Hintergrund die Türglocke fröhlich bimmeln. Die Freude über hübsche kleine Dinge in den Gesichtern der Leute schien mit der Sonne um die Wette. Und die Verkäuferin strahlte vor Begeisterung darüber, dass die Sonne ihr die Kunden schickte, ihren kleiner Laden so erfolgreich machte.

 

Was der grüne Hase vom Sommer verspricht

 

Jedes Jahr aufs Neue hoffen wir, dass sich im kommenden Sommer all unsere verrückten Träume erfüllen, wir lange Nächte an ruhigen Seen verbringen, ans Meer fahren, lachen und Spaß haben. Diese Gefühl hatte ich in diesem Jahr zum ersten Mal, als ich vor dem Laden den grünen Hasen entdeckte. Er ist genau so verrückt wie meine Träume vom Sommer und sieht genauso aus, wie ich mir die nächsten Monate wünsche: bunt und glücklich.

Pressezimmer

Tel.: 02841 / 8891182

joerg.zimmer@pressezimmer.de

Postfach 20 02 13
47422 Moers 
 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Jörg Zimmer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit